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Melodramma in drei Akten
Text von Antonio Somma nach dem Libretto von August Eugène
Scribe zur Opéra-historique "Gustave ou Le Bal masqué" von Daniel François Esprit Auber
Musik von Giuseppe Verdi
Als Giuseppe Verdi von der neapolitanischen Oper den Auftrag bekam, für das Jahr 1858 ein Werk zu schreiben, legte er den lang gehegten Plan, Shakespeares LEAR zu vertonen beiseite und bat seinen Librettisten Antonio Somma, Eugène Scribes Libretto für seine Bedürfnisse zu bearbeiten. Das Werk ist ein Drama über das Leben und den Tod des schwedischen Königs Gustav III., der als eine der schillerndsten Personen seiner Zeit galt - als aufgeklärter Monarch, Freund der Künste und Persönlichkeit zweifelhafter Moral. Da er den schwedischen Adel de facto entmachtet hatte, kam es am 16. März 1792 auf einem Maskenball zu einem Attentat gegen den König durch Johann Jakob Anckarström, an dessen Folgen Gustav zwei Wochen später starb.
Für Neapel war der Stoff der Oper geradezu revolutionär, denn man konnte sich noch gut an das zwei Jahre zuvor verübte Attentat gegen den König Ferdinand II. von Neapel erinnern. Schon deshalb wurde Verdi von der Zensurbehörde zu weit reichenden Änderungen gezwungen. Als am 13. Januar 1858 von Graf Felice Orsini ein Attentat auf Kaiser Napoleon III. von Frankreich verübt wurde, war klar, dass die Zensur des von den Bourbonen abhängigen Neapel diese Oper ablehnen musste.
Die Oper wurde vollständig umgeschrieben, Verdi musste praktisch jede Szene vor der Zensur rechtfertigen. Der Komponist war entrüstet. Da sich das Volk und einige Persönlichkeiten Neapels, darunter auch der Bruder des Königs, Ferdinand, Graf von Syrakus, hinter ihn stellten, kam es zu Tumulten. Es gab Demonstrationen gegen die Regierung und für die künstlerische Freiheit eines Komponisten. Schließlich entband der König Verdi aus seinem Kontrakt. Verdi verließ die Stadt und wollte nie wieder eine Oper für Neapel schreiben.
Das Teatro Apollo in Rom bot Verdi an, seine neue Oper aufzuführen. Doch dort machte die päpstliche Zensur zunächst ebenfalls Probleme. Man gab sich dann allerdings damit zufrieden, dass die Handlung nach Boston verlegt und einige Personen umbenannt wurden. Musik und Text wurden beibehalten. Der Titel des Stückes: "Un ballo in maschera".
Am 17. Februar 1859 fand die Uraufführung der Oper statt. Sie wurde zu einem Triumph, nicht nur für Verdi, sondern auch für den Freiheitskampf der Italiener. Am 7. September 1860 stürzte in Neapel der verhasste bourbonische Thron. Eine der ersten Opern, die im befreiten Neapel aufgeführt wurden, war "Un ballo in maschera".
Musikalische Leitung: Philippe Jordan
Inszenierung und Dramaturgie: Jossi Wieler und
Sergio Morabito (2008)
Bühnenbild: Barbara Ehnes
"Eine Inszenierung voll überraschender Wendungen. Beinahe in jedem Augenblick changiert das Bühnengeschehen zwischen Politfarce und Liebestragödie, Karnevalsklamauk, bunter Groteske, Gesellschaftskritik und dramatischen Momenten, die einem für Sekunden das Herz stocken lassen... Wenn überhaupt, dann lässt sich der Ort des neuen Berliner ,Maskenballs' nur als ein übergreifendes Zeitgeistphänomen dingfest machen: als letzter, todessüchtiger Walzer einer verklemmten ,power elite' kurz vor dem politischen Absturz." (FAZ)
"Im Grunde machen Wieler/ Morabito also nichts Anderes, als liebende, leidende Menschen mit einer fast zärtlichen Sorgfalt der Personenregie auf die Bühne zu stellen und dabei deren Lieben und Leiden ganz von der Musik durchdringen und aussprechen zu lassen." (Berliner Zeitung)
"Souverän geführt wird dieser ,Maskenball' vom dirigentischen Tanzmeister im Graben, dem jungen Schweizer Philippe Jordan, der die Fäden nie aus der Hand gibt, einen trocken knallenden, aber auch melodienblühenden Verdi vorantr
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